Grünes Juwel: Der Hirschmannpark und das Stadtklima
In seiner Sitzung am 29.07.2026 hat der Stadtrat die Stadtklimaanalyse für die Stadt Fürth beschlossen (SessionNet | Sitzung des Stadtrates der Stadt Fürth - 29.07.2026 - 16:02-17:32 Uhr). Die Planungshinweiskarte (PHK) der Stadtklimaanalyse Fürth wurde als städtebauliches Entwicklungskonzept im Sinne des § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB definiert. Damit sind die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse als wichtiges zusätzliches Abwägungskriterium zukünftig bei allen Planungen und Genehmigungen in der Stadt verbindlich zu berücksichtigen. Dies gilt im besonderen Maße auch für alle Vorhaben im Bereich des Hirschmann-Parks.

Stadtklimaanalyse
In der Planungshinweiskarte der Stadtklimaanalyse kann man den Hirschmann-Park deutlich erkennen. Er ist als dunkelgrüne Fläche signiert und liegt wie ein Trittstein zwischen den Grünflächen des "Achalaswäldla" im Westen und der Rednitzaue im Osten samt dem alten jüdischen Friedhof jenseits der Rednitz. Die grüne Insel des Hirschmann-Parks bildet somit ein Vernetzungselement zwischen den benachbarten Grünflächen des Quartiers. Alle Grünflächen sorgen in ihrer Gesamtheit für eine klimatische Verbesserung in den braun und rotbraun eingefärbten belasteten Siedlungsbereichen der Umgebung. Mit blauen Pfeilen sind die Kaltluftströme markiert, welche der Bevölkerung nachts die erwünschte Kühlung verschaffen.

Planungshinweise und -notwendigkeiten
Aus der Legende zur Planungshinweiskarte geht hervor, dass die dunkelgrünen Flächen sowohl in der Gegenwart als auch in der vom Klimawandel geprägten wärmeren Zukunft eine herausragende Bedeutung für das Stadtklima haben. Der Hirschmann-Park gilt demnach als besonders wichtiger stadtklimatischer Ausgleichsraum, sowohl, was die nächtliche Kaltluftentstehung, als auch, was die Qualität als bevorzugter Rückzugsort tagsüber betrifft. Es versteht sich von selbst, dass eine Nutzungsintensivierung auf den Grünflächen z. B. durch eine neugeschaffene Wohnbebauung mit erheblichen Nachteilen für das ganze Wohnviertel verbunden wäre.

Vernetztes Stadtgrün
Die vorbildliche Durchgrünung des Stadtviertels an der Würzburger Straße ist die Voraussetzung für ein erträgliche Wohnsituation an heißen Sommertagen. Die Grünzüge durchbrechen die urbane Hitzeinsel. Man erkennt ganz links die Rednitzaue und gerade noch einen Teil des jüdischen Friedhofs. In der Bildmitte liegt der Hirschmann-Park, an den sich weiter rechts das Paritätische Seniorenstift anschließt. Gerade für betagte Menschen als besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe sind Grünbereiche lebenswichtig. Hitzebelastung ist nicht nur eine Frage des persönlichen Komforts, sondern elementar im Bezug auf körperliche und mentale Gesundheit. Im Bildvordergrund erstreckt sich nördlich der B 8 der Grünzug um die Kirche St. Martin.

Oase und Juwel
Die städtebaulich günstige Situation einer großen grünen Oase innerhalb eines städtischen Hitzegebiets sollte auf keinen Fall durch eine zusätzliche Wohnbebauung verschlechtert werden. Im Gegenteil sollte man alles daran setzen, weitere grüne Oasen zu schaffen, um überall in Fürth die Aufenthaltsqualität für die gesamte Bevölkerung zu erhöhen. Der Grundsatz "Wohnraum um jeden Preis" verletzt, wenn er unsensibel und verantwortungslos praktiziert wird, nicht nur die Stadtnatur, sondern auch die im Klimawandel herausgeforderte Wohnqualität für alle Bewohner.