Grünes Juwel: Flora und Fauna im Hirschmann-Park

Das Areal zwischen der Würzburger Straße und der Hardstraße ist ein großes parkartiges Gartengrundstück mit vielen alten Bäumen, wenigen kleinen Gebäuden und offenen Rasenflächen. Es ist bei den Fürthern fast unbekannt, da es komplett umzäunt ist und man wegen des  dichten Bewuchses allenfalls in der blattlosen Zeit von den umgebenden Straßen einen Blick hinein werfen kann. Es ist rings von dichter Bebauung umgeben und hat so den Charakter einer grünen Oase inmitten einer Steinwüste.

Schönheit hinter Zäunen

Erst im Luftbild kann man die Bedeutung des Geländes für den Landschaftshaushalt erkennen. Das Gelände und zusätzlich noch ein Teil der Nachbargrundstücke sind nahezu vollständig durchgrünt. Bestechend ist das gewaltige Grünvolumen, die Summe des dort bereitgestellten Blattwerks der Baumkronen mit ihrer großen Bedeutung als Lebensraum und für das Klima der näheren und weiteren Umgebung. Hier entsteht in klaren Sommernächten die Kaltluft, die in die nahen und ferneren Wohngebiet abfließt und dort den nächtlichen Hitzestress lindert. Auch tagsüber würde das Gelände den dort willkommenen Besuchern während der Hitzewellen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und Kühlung verschaffen, wenn ihnen denn der Zutritt ermöglicht würde. 

Ein großes Biotop

Die amtliche Biotopkartierung der Stadt Fürth weist daher fast das ganze Areal und zusätzlich noch angrenzende Flächen auf den Nachbargrundstücken als Biotop aus. Insgesamt beträgt die Biotopfläche so 29281 m², davon entfallen rund 20.000 ha auf das eigentliche Hirschmanngrundstück. Auf dem Bild sind die Flächen des Biotops rosa eingefärbt. Im Biotopverzeichnis trägt die Fläche die Nummer FUE-1178 und hat den Namen "Baumbestände und Gehölze östlich der Stiftungsstraße". Hier kann man mehr über das Biotop erfahren (lange Ladezeit): https://www.umweltatlas.bayern.de/standortauskunft/rest/reporting/sb_biotopkartierung/generate/Biotop.pdf?additionallayerfieldvalue=FUE-1178-001.

Ein verwunschenes Paradies

Diese Steintreppe an der Würzburger Straße führt in den Park. Das Moos auf den Stufen zeigt, dass es sich um ein Grünes Juwel im Dornröschenschlaf handelt. Das Gebiet ist fast vollständig eingezäunt und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die darin liegenden Gebäude werden nicht mehr bewohnt. Um die Gebäude herum liegen parkartige Grünflächen mit älterem Baumbestand (Stammdurchmesser 50-70 cm). Im Osten sind es meist feldgehölzartige Bestände, jedoch sind auch hier ältere Bäume eingestreut. Häufige Arten sind Spitz-Ahorn, Stiel-Eiche, Birke, Robinie, Hainbuche, Hasel, Weißdorn, Holunder, Efeu, Nelkenwurz, Knoblauchsrauke und Giersch. Die Bereiche im Westen enthalten auch nordamerikanische Ahorne, Rot-Eichen und Platanen.

Natur ohne Besucher

Nur von den umgebenden Straßen aus kann man den "verwilderten" Charakter des Areals mit seinen zahlreichen Naturschätzen und -schönheiten erahnen. Die Artenliste der Biotopkartierung zeigt die Vielfalt des Pflanzenbewuchses. Er bietet die Lebensgrundlage für viele Vogel-, Säugetier- und Insektenarten.

Acer campestre Feld-Ahorn

Acer platanoides Spitz-Ahorn

Aegopodium podagraria Giersch

Alliaria petiolata Gewöhnliche Knoblauchsrauke

Betula pendula Hänge-Birke

Carpinus betulus Hainbuche

Chelidonium majus Gewöhnliches Schöllkraut

Corylus avellana Europäische Hasel

Crataegus monogyna s. l. Eingriffliger Weißdorn

Geum urbanum Gewöhnliche Nelkenwurz

Hedera helix Gewöhnlicher Efeu

Humulus lupulus Gewöhnlicher Hopfen

Impatiens parviflora Kleines Springkraut

Picea abies Rot-Fichte

Platanus occidentalis x orientalis Bastard-Platane

Poa nemoralis Hain-Rispengras

Prunus spinosa s. l. Schlehe, Schwarzdorn

Quercus robur Stiel-Eiche

Quercus rubra Rot-Eiche

Rhamnus cathartica Purgier-Kreuzdorn

Robinia pseudacacia Gewöhnliche Robinie

Rosa canina s. l. Hunds-Rose

Sambucus nigra Schwarzer Holunder

Tilia cordata Winter-Linde

Tilia platyphyllos Sommer-Linde

Ulmus glabra Berg-Ulme

Hirschmann-Villa

Das bedeutendste Gebäude im Park ist die denkmalgeschützte Hirschmann-Villa, eine in den Jahren 1930-1931 erbaute Sommervilla. Im Fürth-Wiki kann man mehr über dieses bedeutende Zeugnis der Baugeschichte und seine Vergangenheit erfahren: Haus Hirschmann – FürthWiki

Der Grundbesitz der beiden jüdischen Bankdirektoren Hirschmann und Kitzinger wurde einschließlich der Gebäude 1937 zwangsarisiert und verkauft. Die Besitzer selbst mussten ins Ausland fliehen. So ist der Hirschmann-Park auch ein Dokument für das düstere Kapitel der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.